Dauer-Kälte: In Süddeutschland wird das Gas knapp
München, 10.02.2012 | 11:39 | mbu
Die Kältewelle beeinträchtigt die Energieversorgung: Vor allem in Süddeutschland werden Engpässe in der Gasversorgung spürbar. Wie die "Welt" berichtet, rufen nun sogar erste Stadtwerke ihre Kunden auf, die Heizungen zu drosseln. "Wir müssen unsere Kunden bitten, trotz der extremen Kälte die Raumtemperatur etwas abzusenken", heißt es etwa auf der Internetseite der Stadtwerke Schramberg aus dem Schwarzwald.

Zurückdrehen erwünscht: In Süddeutschland wird wegen der Dauer-Kälte das Gas knapp.
Die deutschen Gasanbieter verfügen zwar über riesige Gasspeicher, mit denen sie derartige Ausfälle ausgleichen können. Doch die Lager befinden sich vor allem in Norddeutschland. Die Pipelines in den Süden sind bereits voll ausgelastet. Die Probleme wären weit weniger drängend, wenn die energetische Modernisierung älterer Wohnhäuser konsequent vorangetrieben worden wäre. Doch die Sanierungsquote ist seit Jahren niedrig. Ein Gesetz, das für eine bessere steuerliche Absetzbarkeit derartiger Maßnahmen sorgen soll, hängt im Vermittlungsausschuss fest. Die Beratungen wurden erst in dieser Woche ein weiteres Mal vertagt. Bund und Länder streiten sich über die Verteilung der Kosten.
Unterdessen wirkt sich die Gasknappheit sogar auf die Stromversorgung aus: Mehrere Gaskraftwerke wurden auf den teureren Ölbetrieb umgestellt oder - wie Block 4 des Rheinhafenkraftwerks in Karlsruhe - gleich ganz abgeschaltet. Gleichzeitig müssen fossile Reservekraftwerke hochgefahren werden, weil Strom in Süddeutschland wegen des Atomausstiegs ohnehin knapp ist. Hinzu kommen hohe Stromexporte nach Frankreich. Weil dort in vielen Gebäuden mit Strom geheizt wird, können die französischen Kraftwerke den Bedarf nicht mehr decken.
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