Bürgerkrieg in Libyen sorgt für sinkenden Ölpreis
München, 23.08.2011 | 14:41 | tei
Der Kampf der libyschen Rebellen gegen das Gaddafi-Regime brachte die Ölförderung in dem nordafrikanischen Staat zeitweise komplett zum Erliegen - kürzlich marschierten Rebellenverbände in die Hauptstadt Tripolis ein, die Macht des Diktators scheint gebrochen. Die Börse reagierte am Montag auf die veränderten Kräfteverhältnisse, der Ölpreis sinkt immer weiter.

Wahrscheinlich wird in Libyen bald wieder regulär Öl gefördert - die Börse reagierte, der Ölpreis sinkt.
Laut einem australischen Rohstoffexperten wird künftig wieder mehr Rohöl aus Libyen auf den Markt kommen - die Ölpreise geraten unter Verkaufsdruck. Vor dem Ausbruch der Kampfhandlungen im Februar dieses Jahres förderte Libyen täglich etwa 1,49 Millionen Barrel Rohöl - etwa 85 Prozent der Produktion wurde nach Europa exportiert. Ein weiterer Faktor für den sinkenden Ölpreis ist die Furcht vor einem weltweiten Einbruch des Wirtschaftswachstums. Hierdurch würde auch die Öl-Nachfrage sinken.
Der Ölpreis hat auch Einfluss auf den einzelnen Gasverbraucher: Energiekonzerne, die an alte Lieferverträge mit Ölpreisbindung gefesselt sind, geben Preisschwankungen mit halbjährlicher Verzögerung an ihre Kunden weiter - Verbraucher könnten also erst nach der Heizperiode im März 2012 von dem aktuell fallenden Ölpreis profitieren. Aktuell kündigten sogar über 230 Gasanbieter an, im September oder Oktober die Preise zu erhöhen. Ohnehin wird der Sinkflug des Ölpreises nicht von langer Dauer sein: Das Schweizer Analystenhaus Neuro System geht davon aus, dass der Barrel Rohöl Mitte des Jahres 2012 mindestens 146 Dollar kostet.
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