Streik der Vorfeld-Mitarbeiter am Flughafen Frankfurt ausgeweitet
München, 17.02.2012 | 12:36 | tei
Der Ausstand der Vorfeld-Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen geht in die nächste Runde: Seit Freitag acht Uhr lassen die rund 200 Angestellten der Vorfeld-Kontrolle die Arbeit ruhen. Der Streik soll noch bis 22 Uhr andauern. Nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport wurden bereits 282 Flüge abgesagt - laut Plan sollten in der bestreikten Zeit insgesamt 1082 Starts und Landungen stattfinden. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) kündigte indes an, den Arbeitskampf auch in der kommenden Woche fortzusetzen, sollte Fraport im Tarifstreit nicht einlenken.

Vorfeld-Mitarbeiter: Die GdF will ihren Streik in Frankfurt nächste Woche fortsetzen. Foto: Fraport AG
Die meisten der abgesagten Flüge betreffen die Lufthansa. Wie eine Lufthansa-Sprecherin sagte, mussten für den Freitag 250 Flüge der Airline gestrichen werden. Es handle sich dabei jedoch ausschließlich um Kurz- und Mittelstrecken. Wer seinen Flug mit der Lufthansa nicht antreten kann, hat die Möglichkeit, sein Flugticket kostenlos in einen Bahngutschein für die entsprechende Strecke einzutauchen. Diese Option steht auch Reisenden von Air Berlin offen - die Fluggesellschaft ist allerdings deutlich weniger stark von dem Ausstand betroffen als der Rivale.
Die GdF fordert für die Vorfeld-Mitarbeiter einen neuen Tarifvertrag mit enormen Lohnsteigerungen. Laut dem Flughafenbetreiber Fraport soll es dabei um ein Plus von 40 bis 50 Prozent gehen. Die Gewerkschaft begründet dies mit höheren Anforderungen an die Vorfeld-Mitarbeiter seit Eröffnung der vierten Startbahn. Fraport hält die Forderungen für überzogen. Ein Sprecher sagte, der Flughafenbetreiber fühle sich erpresst. Erstmals wird die GdF auch von Seiten anderer Gewerkschaften unter Beschuss genommen. Ver.di-Sekretär Gerold Schraub sagte der ARD, der Betriebsfrieden sei durch den Tarifstreit ernsthaft gestört. Die Mitglieder der GdF waren früher in der Dienstleistungsgewerkschaft organisiert - seit dem Wechsel liegen die beiden Gewerkschaften im Clinch.
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