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Sinkende Inflation: Wieder stabile Preise in Deutschland

München, 30.05.2012 | 12:21 | sbi

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie bei 1,9 Prozent. Im April war die Teuerungsrate noch bei 2,1 Prozent gelegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Damit sank die Inflationsrate erstmals seit Dezember 2010 wieder unter die Zielmarke von zwei Prozent. Unterhalb dieser Schwelle gelten die Preise nach der Definition der Europäischen Zentralbank (EZB) als stabil.

Sinkende Inflation: In Deutschland sind die Preise im Mai erstmals seit 2010 wieder stabil gewesen.

Sinkende Inflation: In Deutschland sind die Preise im Mai erstmals seit 2010 wieder stabil gewesen.

Gründe für die positive Entwicklung sind nach Angaben der Statistiker der gesunkene Ölpreis sowie niedrigere Preise für Heizöl und Kraftstoffe. Die Preisstabilität dürfte aber nicht von Dauer sein: Wegen der guten Konjunktur und der niedrigen Arbeitslosenquote steigen die Löhne und Gehälter bundesweit an. Die Folge: Die Unternehmen schlagen die höheren Kosten auf die Verbraucherpreise auf. Ulrike Rondorf von der Commerzbank erwartet deshalb Medienberichten zufolge erneut einen deutlichen Anstieg der Lebenshaltungskosten. Ulrike Kastens, Volkswirtin bei Sal. Oppenheim, wird in mehreren Berichten mit der Aussage zitiert, dass sie für Deutschland sogar eine höhere Inflation als im Durchschnitt der Eurozone prognostiziert. Sie geht im kommenden Jahr von Preissteigerungen von etwa zwei Prozent aus. Im gesamten Euroraum  werde die Inflationsrate dagegen nur bei 1,7 Prozent liegen.

Neben der Lohn-Preis-Spirale gibt es in Deutschland auch andere Inflationsrisiken: Eigentlich müsste die EZB eingreifen und den Leitzins erhöhen, wenn sich Löhne und Preise gegenseitig nach oben schaukeln. Dadurch würden Kredite verteuert, die Nachfrage verringert und die Preissteigerung eingedämmt. Experten gehen aber davon aus, dass die EZB den Leitzins wegen der Wirtschaftskrise nicht anheben wird, um konjunktursachwache Euro-Länder nicht zusätzlich zu belasten. In Deutschland könnte das aber die Inflation weiter anheizen.

Als weiterer Preistreiber gilt zudem der schwache Euro. Die Bundesrepublik kauft im Ausland Rohstoffe, die in Dollar abgerechnet werden - und die sich dadurch für die Importeure verteuern. Vorerst aber sei die sinkende Teuerungsrate für Verbraucher und Konjunktur eine gute Nachricht, so Rolf Bürkl von der GfK-Konsumforschung nach Medienberichten. Die Kauflaune der Bundesbürger werde dadurch gestützt. Denn im Vergleich mit anderen Europäern würden die Deutschen sensibler auf die Inflation reagieren.

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