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Euro-Rettung: Doppelspitze der Deutschen Bank befürchtet steigende Inflation

München, 17.09.2012 | 17:03 | sbi

Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, rechnen mit einer weiter steigenden Inflation in Europa. Der Grund für diese Entwicklung seien die immensen Kosten für die Euro-Rettung, sagten sie in einem Interview mit der Welt am Sonntag. Langfristig werde man aber von dem Erhalt der Währungsunion profitieren. Laut Fitschen sei es essentiell, den Euro zu retten.

Euro-Rettung führt zu steigender Inflation, sagt die Doppelspitze der Deutschen Bank.

Steigende Inflation vernichtet Geld von Sparern: Die Deutsche Bank befürchtet höhere Teuerung wegen Euro-Rettung.

Fitschen stellte sich zudem hinter das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Es sei gut, dass die Notenbank handle, so Fitschen. Diese hatte angekündigt, in unbegrenzter Höhe Staatsanleihen von Krisenstaaten aufzukaufen, um die Zinslast von Ländern wie Italien und Spanien zu drücken. Zudem sei die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das den Euro-Rettungsschirm ESM am vergangenen Mittwoch mit Vorbehalten genehmigt hatte, ein positives Signal. Fitschen geht davon aus, dass die europäischen Krisenländer ihre Schulden weiter abbauen werden. Gleichzeitig plädierte er für mehr Geduld mit den krisengeschüttelten Ländern. Die Erfolge seien gegenwärtig größer, als sie in der Öffentlichkeit dargestellt würden.

Die Inflation sei nach Ansicht von Jain der Preis, der für Europa gezahlt werden müsse. Kritiker bemängeln, dass das Kaufprogramm der EZB vornehmlich durch die Notenpresse finanziert wird. Sie befürchten eine übermäßige Geldversorgung, welche die Inflation weiter befeuern könnte. Sollte die Teuerung weiter ansteigen, wären vor allem Sparer mit geringem Sachvermögen betroffen. Bestehende Schulden würden dagegen schneller entwertet - wovon vor allem Staaten profitieren könnten.

Auch nach Einschätzung des Wirtschafsweisen Lars Feld riskiert die EZB mit ihrem angekündigten Kaufprogramm für Staatsanleihen eine weiter voranschreitende Geldentwertung. Der Finanzzeitschrift Euro am Sonntag sagte er, die Notenbank werde es schwer haben, zum passenden Zeitpunkt und im richtigen Maß einzugreifen. Nach endgültigen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat stieg die Inflationsrate im August im Euroraum auf 2,6 Prozent - im Juli lag die Teuerung noch bei 2,4 Prozent. Auch in Deutschland stieg die Inflation von 1,7 Prozent im Juli auf 2,1 Prozent im August. Die EZB spricht bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

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