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Krankheitsbedingte Frührente: Jeder fünfte Deutsche ist betroffen

München, 14.09.2011 | 15:33 | tei

Knapp 20 Prozent der Deutschen müssen aus gesundheitlichen Gründen schon vor dem Erreichen des Rentenalters ihren Job aufgeben. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie, die von der Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes beauftragt wurde. Am höchsten ist das Risiko eines vorzeitigen Abschieds aus dem Arbeitsleben für Männer ohne Berufsausbildung in den neuen Bundesländern - sie werden insgesamt zehnmal so häufig arbeitsunfähig wie männliche Akademiker in den neuen Bundesländern.

Etwa 20 Prozent der Deutschen müssen der Arbeitsbelastung frühzeitig Tribut zollen und ihren Job aufgeben.

Etwa 20 Prozent der Deutschen müssen der Arbeitsbelastung frühzeitig Tribut zollen und ihren Job aufgeben.

Vereinfacht gesagt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass ein höherer Bildungsgrad die Wahrscheinlichkeit einer körperlich bedingten Berufsunfähigkeit verringert. So ist das Risiko einer Muskel-Skelett-Erkrankung für gering qualifizierte Männer 14-mal höher als bei männlichen Hochschulabsolventen. Auch in Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt die Studie gravierende Unterschiede auf.

Bei Frauen liegen die Extreme nicht ganz so weit auseinander - weibliche Geringqualifizierte unterliegen aber dennoch einem achtmal höheren Risiko als Akademikerinnen. Immer öfter werden deutsche Arbeitnehmer aufgrund von psychischen Problemen berufsunfähig - bei derartigen Erkrankungen haben Bildungsstand und berufliche Qualifikation jedoch einen deutlich geringeren Einfluss auf das Risiko.

Die Studie führten Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen, des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, des Instituts für Soziologie der Freien Universität Berlin und des Robert Koch-Instituts durch. Insgesamt werteten die Wissenschaftler anonyme Daten von mehr als 127.000 Deutschen mit Erwerbsminderungsrente aus.

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