Tagesgeld Lexikon
Mit Einführung der Abgeltungssteuer zum 01. Januar 2009 setzt der Gesetzgeber auf eine einheitliche Besteuerung
von Einkünften aus Kapitalvermögen. Somit unterliegen z. B. Zinseinkünfte aus einem Sparvertrag und Einkünfte aus
Aktiengewinnen einem einheitlichen Steuersatz von 26,35%. Dieser errechnet sich aus 25% Abgeltungssteuer plus 5,5%
Solidaritätszuschlag.
Die Abgeltungssteuer wird sofort bei Fälligkeit von der zuständigen Bank oder der ausgebenden Stelle direkt an das
Finanzamt abgeführt. Auch die nach 12 Monaten steuerfreie Veräußerung von Aktien, Fonds und Wertpapieren entfällt
dadurch.
Einen Freistellungsauftrag für Zinsen aus dem Tagesgeldkonto sollte jeder Sparer seiner Bank erteilen, sonst
müssen auf die Erträge 30% Steuern gezahlt werden. Die Höhe des Freibetrages ist festgelegt auf 750 € zuzüglich
51€ Werbungskostenpauschale; bei Eheleuten gilt die doppelte Höhe. Allerdings kann der Freistellungsauftrag der Bank
auch nur in der Höhe der zu erwartenden Zinsen auf dem Tagesgeldkonto erteilt werden. Das macht den Spielraum für
Anlagen bei anderen Banken größer.
Ein Geldmarktkonto ist der Überbegriff eines Kontos, auf das der Anleger für eine bestimmte Zeit Geld einzahlt.
Damit überlässt er sein Kapital der Bank, die damit am Geldmarkt arbeiten kann. Für diese Überlassung erhält
der Sparer einen attraktiven Zins, der je nachdem für welche Art der Anlage er sich entscheidet, unterschiedlich hoch
ist. Er kann von den Banken selbständig festgesetzt werden. In der Praxis orientiert er sich aber an den Zinssätzen
der jeweiligen Zentralbank, dem Diskontzins und dem Lombardzins.
Bei einem Tagesgeldgeschäft werden die Einlagen des Kunden von den Banken am Geldmarkt angelegt und unter anderem
auch an andere Banken verliehen (Interbankengeschäft). Hierbei lassen sich folgende Formen unterscheiden.
Im Rahmen des Overnight-Geschäfts, verleiht ein Kontrahent des Geldgeschäfts dem anderen Kontrahenten das Geld von
einem Tag auf den anderen (über Nacht). Die Gutschrift für den Geldnehmer erfolgt hierbei noch am selben Tag.
Am darauffolgenden Tag erhält der Geldgeber den Betrag inklusive Zinsen zurückerstattet. Die sogenannten Overnights
werden für gewöhnlich nie später als 14 Uhr durchgeführt. Auf diese Weise kann der notwendige Zahlungsverkehr
abgewickelt werden. Geldgeschäfte zwischen Direktbanken hingegen sind auch noch nach diesem Zeitpunkt möglich.
Mit dem „Tomorrow-against-Next-Day“-Geschäft (kurz: Tom/Next oder T/N) wird „heute“ festgelegt, dass der Geldgeber
dem Geldnehmer von dem nächsten Tag an („tomorrow“) bis zum übernächsten Tag („next day“) einen Geldbetrag leiht.
Die verzinste Rückzahlung des Betrags an den Geldgeber erfolgt am übernächsten Tag.
Bei dem „Spot-against-Next-Day“-Geschäft oder auch „Spot/Next“ verschieben sich Anlage und Rückerstattung der
Einlage wiederum um einen Tag nach hinten. Die Kontrahenten in diesem Geldgeschäft sind sich darüber einig, dass
der Geldgeber das Geld mit der marktüblichen Wertstellung des übernächsten Tages dem anderen Geldhändler leiht, und
am wiederum nächsten Tag den Anlagebetrag mit den Zinsen zurückerhält.
Als Rendite bezeichnet man den jährlichen Gesamtbetrag einer Geldanlage. Die Rendite wird in Prozent angegeben und
gilt als die wichtigste Richtgröße für Anleger bei der Auswahl einer Geldanlage. Dabei gilt der Grundsatz: Je höher
die versprochene Rendite ist, desto risikoreicher ist die Geldanlage. Unterschieden wird bei der Rendite zwischen B
rutto- und Nettorendite. Die Bruttorendite gibt den Ertrag ohne Berücksichtigung von Inflation und Steuern wider,
während bei der Nettorendite diese Positionen bereits heraus gerechnet sind und sie demnach niedriger ausfällt.
Beim Tagesgeld stellt der Anleger dem Kreditinstitut einen fest vereinbarten Geldbetrag für eine bestimmte
Laufzeit zur Verfügung, auf den er täglich zurückgreifen kann. Daher wird Tagesgeld von den Banken meist schlechter
verzinst als Termingeld, jedoch sind Zinsen bis zu 4% durchaus möglich. Die Bank hat ihrerseits die Möglichkeit,
die Zinsen täglich neu festzusetzen, so dass der Zinssatz während der Laufzeit variieren kann. Meist wird jedoch bei
Eröffnung des Tagesgeldkontos ein bestimmter Mindestzins vereinbart.
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist im Prinzip nur ein anderes Wort für Gebühr. Diese muss der Sparer an seine Bank
zahlen, wenn er vor Ablauf eines Anlagevertrages an sein Geld möchte. Die Bank begründet diese Gebühr damit, dass sie
mit dem angelegten Geld nicht mehr arbeiten kann, obwohl dies vertraglich vereinbart worden ist. Unter Umständen muss
der Kunde beim vorzeitigen Zugriff auf sein Erspartes sogar noch um die zugesicherten Zinsen fürchten.
Banken zahlen ihren Anlegern Zinsen dafür, dass diese ihr angespartes Kapital auf einem Tagesgeldkonto
zur Verfügung stellen. Die Banken legen diesen Betrag ihrerseits am Geldmarkt an. Je nach Anlageart fallen die Zinsen
auch unterschiedlich hoch aus. Auch die Kreditinstitute selbst entscheiden, wie viel Zinsen sie ihren Kunden für die
Geldanlage zahlen. Die meisten Zinsen erhalten Sparer für Anlagen, wo sie der Bank für einen festgelegten Zeitraum
ihr Kapital überlassen.
Einlagensicherung bezeichnet alle gesetzlichen und freiwilligen Maßnahmen zum Schutz der Einlagen (Bankguthaben) von Kunden bei Kreditinstituten im Falle der Insolvenz. Seit dem 1. Januar 2011 gilt EU-weit eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 EUR pro Kunde. Darüber hinaus gehende Beträge sind in Deutschland in der Regel über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken bzw. des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands in Millionenhöhe abgesichert.