Girokonto Ratgeber
Heutzutage unverzichtbar
Das Girokonto dient der Abwicklung des Zahlungsverkehrs und kann von Privatkunden und
Geschäftskunden gleichermaßen genutzt werden. Die wirtschaftliche Notwendigkeit eines Girokontos liegt
heutzutage am überwiegend bargeldlos getätigten, elektronischen Zahlungsverkehr. Hierzu zählen
beispielsweise Daueraufträge und Überweisungen ins In- und Ausland sowie Lastschriften. Auch
die EC-Karte, die üblicherweise im Rahmen eines Girokontos kostenlos bereitgestellt wird, ist Mittel
elektronischer Transaktionen. Sie wird in Geschäften an automatisierten Kassen eingesetzt oder dient
zur Bargeldabhebung am Geldautomaten.
Entscheidung für ein Girokonto bei Filial- oder Direktbank
Neben Gebühren und weiteren Kosten sind für die Auswahl des Girokontos vor allem die persönlichen
Anforderungen ein wichtiger Punkt. Wer auf den persönlichen Kontakt mit den Kundenberatern ihrer Bank
nicht verzichten möchte, ist mit einer Filialbank in der Nähe des Wohnortes gut beraten.
Eine Filialbank ermöglicht meist auch im Ausland einen persönlichen Bankenservice vor Ort.
Personen, denen das persönliche Beratungsgespräch in der Bank nicht so wichtig ist, legen meist mehr
Wert auf das Onlinebanking. Für sie ist ein Online-Vergleich von Banken mit günstigen Angeboten
hinsichtlich Kosten und Gebühren für Girokonten genau das richtige.
Wer sich für ein Girokonto bei einer Direktbank entscheidet, muss alle notwendigen Änderungen in der
Regel selber durchführen, während die „Hausbanken“ zumeist bei der Änderung von Daueraufträgen oder
Abbuchungsaufträgen behilflich sind.
Beim Wechseln auf Nummer Sicher gehen
Wenn Ihnen Ihr momentanes Girokonto zu teuer ist und Sie gerne zu einer anderen Bank wechseln möchten,
sollten Sie nicht voreilig das vorhandene Girokonto kündigen. Warten Sie, bis Sie alle notwendigen
Unterlagen von Ihrer neuen Bank erhalten haben. Dazu gehören unter anderem die neue EC-Karte,
die TAN-Nummer, die EC-Schecks, die Kreditkarte, die PIN-Nummer, sowie eine eventuelle Zusage
über einen eingeräumten Dispositionskredit.
Die Kontoeröffnung bei einer anderen Bank dauert in der Regel zwischen 1-2 Wochen, wobei es sich
durchaus in einigen Fällen empfiehlt, beide Girokonten zumindest über einen gewissen Zeitraum parallel
zu führen. Auf diese Weise ist die Koordination von Überweisungen oder Daueraufträgen einfacher.
Monatliche Zahlungen, z.B. die Miete sollten - vor allem bei einem Wechsel zu Monatsanfang - noch von
dem alten Konto getätigt werden. Anschließend können Sie alle Aufträge auf das neue Konto umlegen.
Organisatorische Maßnahmen bei einem Wechsel des Girokontos
Wenn Sie sich für ein günstigeres Girokonto bei einer anderen Bank entschieden haben, sollten Sie
vor dem Wechsel unverzüglich das Personalbüro informieren, sowie alle Unternehmen, Vereine oder
Institute, denen Sie eine Einzugsermächtigung erteilt haben. Grund: Sollten von Ihrem alten Konto
keine Zahlungen mehr möglich sein, entstehen Ihnen zusätzliche Kosten in Form von Rückbuchungs- oder
sogar Mahngebühren.
Dank Girokonto bargeldlos bezahlen
Um auch im Ausland flexibel disponieren zu können kann zusätzlich zur EC-Karte eine Kreditkarte
zur Verfügung gestellt werden, durch die an Geldautomaten und in Geschäften eingesetzt werden kann.
Darüber hinaus kann die Kreditkarte auch genutzt werden, um Käufe im Internet abwickeln zu können.
Ausgaben, die mit einer EC- oder Kreditkarte getätigt wurden, werden auf dem Girokonto belastet.
Individuelle bzw. gemeinschaftliche Kontoführung
Das Girokonto kann als Einzelkonto auf den Namen einer Person oder als Gemeinschaftskonto auf den
Namen mehrerer Personen geführt werden. Gemeinschaftskonten werden häufig von Eheleuten oder Vereinen
in Anspruch genommen. Bei einem Gemeinschaftskonto kann je nach Vereinbarung entweder jeder
Kontoinhaber einzeln verfügungsberechtigt sein oder alle Kontoinhaber gemeinsam, so dass beispielsweise
schriftliche Anweisungen von allen Kontoinhabern unterschrieben werden müssen. Unabhängig davon, ob
das Girokonto als Einzelkonto oder als Gemeinschaftskonto geführt wird, kann für das Konto
ein Bevollmächtigter benannt werden, der nahezu in gleichem Maße wie der Kontoinhaber Verfügungen
über das Girokonto tätigen kann. Allerdings kann die Kontoverbindung durch den Bevollmächtigten
nicht gekündigt werden.
Hilfreich, aber möglichst zu vermeiden: der Dispositionskredit
Das Girokonto kann je nach Bonität des Kontoinhabers entweder auf Guthabenbasis oder
mit eingeräumtem Überziehungskredit geführt werden. Anders als bei Konten der Geldanlage und
dem Vermögensaufbaus wird das auf dem Girokonto verbuchte Guthaben meistens nicht verzinst.
Ein Dispositionskredit hat den Vorteil, dass der Kontoinhaber jederzeit flexibel ist und plötzlichen
finanziellen Belastungen unkompliziert begegnen kann. Für die Bereitstellung des Dispositionskredites
auf dem Girokonto werden keine Gebühren verlangt. Es fallen lediglich Zinsen an, die beim regelmäßigen
Abschluss des Girokontos monatlich oder quartalsweise belastet werden. Da der Zinssatz im Vergleich
zu anderen Kreditangeboten deutlich höher ist, eignet sich der Dispositionskredit nicht
zur Finanzierung umfangreicher und langfristiger Investitionen. Die Tilgung der abgerufenen
Kreditmittel kann jederzeit ganz oder teilweise erfolgen. Im Weiteren verringert jeder Geldeingang
auf dem Girokonto die Kreditschuld.
Kostenlose Kontoführung
Der Wettbewerbsdruck der Anbieter kostenloser Girokonten ist groß. Daher profitieren mittlerweile
nicht mehr nur Schüler, Studenten und Wehr- und Zivildienstleistende von den Vorteilen eines
kostenlosen Girokontos. Die Bank gewährt jedem Antragssteller die kostenlose Kontoführung,
wenn Bedingungen wie ein bestimmter monatlicher Geldeingang oder ein gewisses Anlagevolumen
erfüllt sind. Auch wenn das Girokonto völlig selbstständig online verwaltet wird, wird auf eine
Kontoführungsgebühr häufig verzichtet. Durch Onlinebanking hat der Kontoinhaber die Möglichkeit,
jederzeit und unabhängig von den Geschäftszeiten der Bank nahezu alle Transaktionen zu tätigen oder
seine Kontoumsätze einzusehen. Dank persönlicher Zugangs- und Identifizierungsdaten sowie
durch entsprechende Sicherheitsprogramme auf dem Computer ist Onlinebanking sicher und verlässlich.
Bedingungen
Wenn die geforderten Bedingungen nicht eingehalten werden, kann unter Umständen
eine Kontoführungsgebühr belastet werden. Dies ist in den Vertragsunterlagen und
den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dem Kontoinhaber bei der Eröffnung des Girokontos
ausgehändigt werden, schriftlich festgehalten. In den AGB ist zudem geregelt, welche Rechte
und Pflichten beide Vertragspartner im Einzelnen haben. Die Bank hat beispielsweise das Recht,
einen eingeräumten Überziehungskredit zu kündigen und keine Verfügungen über das Guthaben hinaus
zuzulassen, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Kontoinhabers massiv verschlechtert.
Gleichzeitig ist die Bank verpflichtet, den Kontoinhaber in einem solchen Fall rechtzeitig davon
in Kenntnis zu setzen.