Girokonto Lexikon
Die Abgeltungssteuer wird zum 01.01.2009 eingeführt. Sie wird auf Kapitalvermögen erhoben. Sie wird
fällig auf alle Erträge, die aus Kapitalvermögen entstehen. Es gibt lediglich noch einen Steuerfreibetrag
von 801 Euro für Singles, bzw. 1602 Euro für Verheiratete. Alles darüber hinaus wird mit 25% besteuert.
Die Steuer wird direkt vom Kreditinstitut abgeführt. Sollte der Steuerpflichtige allerdings einen
geringeren persönlichen Satz als 25% besitzen, darf er seine Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben
und sich deswegen mit dem persönlichen Steuersatz besteuern lassen.
Für die Eröffnung eines Girokontos führen die Anbieter eine Bonitätsprüfung durch. Als Bonität
bezeichnet man die Wahrscheinlichkeit, mit der der Kunde die betriebswirtschaftlich notwendigen Erträge
erwirtschaften und die zahlungsbereit bleiben kann. Um ein umfassendes Bild über die Bonität des Kunden
zu bekommen, muss dieser meistens eine Selbstauskunft ausfüllen, außerdem werden Institute wie die Schufa
zur Unterstützung herangezogen. Diese gibt mit einem Scoringwert Auskunft über die aktuelle Bonität
des Kunden.
Die größte Bankenvereinigung in Deutschland wird als Cash-Group bezeichnet. Ihr gehören die Commerzbank,
die Postbank, die Hypovereinsbank, die Deutsche Bank und die Dresdner Bank an, ebenso die jeweiligen
Tochtergesellschaften. An den Geldautomaten dieser Banken können Mitglieder kostenfrei Bargeld abheben.
Die Cash Group stellt insgesamt circa 7.500 Automaten in ganz Deutschland zur Verfügung. Die zweitgrößte
Vereinigung ist der Cash Pool, zu dem unter anderem die SEB Bank und die citibank gehören. Diese sind aber
mit nur knapp 2.500 Geldautomaten in Deutschland vertreten.
Eine Debitkarte bekommt so gut wie jeder, der ein Girokonto eröffnet. Mit einer Debitkarte kann
der Kunde beim Geldautomaten Bargeld abheben und außerdem in vielen Geschäften bargeldlos bezahlen.
Die in Deutschland ausgegebenen Debitkarten bieten so gut wie alle die Standards electronic cash und
Maestro. Während das electronic cash System beinahe nur in Deutschland verbreitet ist, kann mit dem
Maestro System weltweit bargeldlos bezahlt werden. Zur Authentifizierung nutzen Debitkarten entweder
ein PIN-System oder – hauptsächlich in Deutschland - eine Unterschrift des Inhabers.
Im Gegensatz zu Filialbanken existieren Direktbanken nur im Internet und haben daher keine
Geschäftsstellen, die der Kunde aufsuchen kann. Alle Transaktionen sowie die gesamte Kommunikation
werden online, per Telefon oder per Fax abgewickelt. Direktbanken können ihren Kunden günstigere
Konditionen anbieten, da Kosten für Personal und Miete entfallen. Darüber hinaus werden beispielsweise
Überweisungsaufträge schneller getätigt, da die Bearbeitung durch einen Bankangestellten entfällt.
Direktbanken eignen sich besonders für die Kunden, welche eine persönliche Beratung als nicht notwendig
erachten und ein günstiges Girokonto suchen. Des Weiteren sind Kunden von Direktbanken in ihren
Transaktionen überaus flexibel. So müssen weder Geschäftszeiten eingehalten, noch der Weg zur nächsten
Filiale zurückgelegt werden.
Inhaber eines Girokontos bekommen in der Regel einen Kreditrahmen eingeräumt. Damit können sie
bis zu einem bestimmten Betrag ihr Girokonto überziehen. Daher wird der Dispositionskredit auch
Überziehungskredit genannt. Die Höhe des Dispositionskredits liegt gewöhnlich bei zwei bis drei
Nettomonatsgehältern. Für diese Kreditlinie werden keine Sicherheiten gefordert. Allerdings stellt
das Kreditinstitut meist eine Beobachtung der Zahlungseingänge und der Zahlungsausgänge des Kunden an,
bevor es einen Dispositionskredit gewährt. Sollten sich die Kontoumsätze eklatant verändern, kann
das Kreditinstitut den Dispokredit kurzfristig kündigen. Dies ist z.B. der Fall, wenn anstatt des Gehalts
Arbeitslosengeld auf dem Konto eingeht. Auf den Dispositionskredit fallen Sollzinsen an, die tageweise
angerechnet werden. Überzieht der Kunde den Kreditrahmen, sind zusätzlich Überziehungszinsen fällig.
Die durch die Zinsen hervorgerufene Belastung erfolgt in der Regel vierteljährlich vom Girokonto.
Der Zinssatz ist variabel und ist nur für den Betrag zu entrichten, welcher auch wirklich in Anspruch
genommen wurde.
Einlagensicherung bezeichnet alle gesetzlichen und freiwilligen Maßnahmen zum Schutz der Einlagen (Bankguthaben)
von Kunden bei Kreditinstituten im Falle der Insolvenz. Seit dem 30. Juni 2009 gilt EU-weit eine gesetzliche
Einlagensicherung von mindestens 50.000 EUR (der deutsche Staat bietet diese Mindestsicherung, andere europäische
Staaten wie z.B. die Niederlande, bieten zum Teil eine noch höhere Absicherung). Darüber hinaus gehende Beträge
sind in Deutschland in der Regel über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken bzw. des
Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands in Millionenhöhe abgesichert.
Bei den meisten deutschen Kreditinstituten wird eine Debitkarte in Verbindung mit einer Geldkarte
ausgegeben. Dafür befindet sich auf den meisten deutschen Karten ein Chip. Auf diesen Chip können kleinere
Geldbeträge aufgeladen werden. Die derzeitige Maximalaufladung liegt bei 200 Euro. Neben den sogenannten
kontogebundenen Geldkarten gibt es auch noch kontoungebundene, auf die nur direkt am Bankschalter Geld
gebucht werden kann. Bei der kontogebundenen Karte gibt es Ladeterminals, an denen der Chip direkt
aufgeladen werden kann. Das Guthaben des Chips wird vom zugehörigen Konto abgezogen.
Das Girokonto ist in den meisten Fällen ein Kontokorrentkonto. Ein Girokonto darf ausschließlich
im Guthaben geführt werden, während ein Kontokorrentkonto durchaus auch negative Beträge aufweisen darf.
Dies ist immer dann der Fall, wenn ein Dispositionskredit vorhanden ist. Allerdings wird der Begriff
Girokonto im deutschen Bankenbereich als Synonym für ein Kontokorrentkonto verwendet, ohne Rücksicht
auf die eigentlich vorhandenen Unterschiede zwischen den beiden Systemen. Einige wenige Banken bieten
auf diese Konten Guthabenzinsen an.