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Festgeld Ratgeber

Alternative: festverzinsliche Wertpapiere

Neben den klassischen Festgeldern gibt es auch eine große Anzahl an festverzinslichen Wertpapieren, die ebenfalls einen festen Zins über die Laufzeit garantieren und am Ende die komplette Summe zurückzahlen. Bei diesen ist das Geld aber nicht unbedingt über die gesamte Laufzeit festgesetzt, die Wertpapiere können zwischenzeitlich verkauft werden. Dabei unterliegen sie allerdings gewissen Schwankungen, was folgendes Beispiel verdeutlichen soll. Kunde A kauft festverzinsliche Wertpapiere im Wert von 10.000 Euro. Diese werden mit 3% jährlich verzinst, die Laufzeit beträgt insgesamt 5 Jahre. Nach 3 Jahren benötigt Kunde A allerdings Geld und möchte seine Anlage deswegen verkaufen. Der Zinssatz ist aber inzwischen auf 5% gestiegen. Möchte er seine Anlage dennoch verkaufen, bekommt er keine 10.000€ mehr, sondern muss einen Abschlag in Kauf nehmen, weil die Anlage ansonsten für andere nicht rentabel wäre. Der Kunde A kann maximal 9.600 Euro verlangen, ansonsten wäre der Kauf ein Verlustgeschäft für den Käufer. (500€ Zinszahlung bei dem neuen Zinssatz, 300 € Zinsen bei 3%, Differenz 200€ x 2 Jahre = 400 €) Am Ende der Laufzeit gibt es jedoch für den Kunden B, der die Anlage gekauft hat, trotzdem die 10.000 Euro zurück.

Entscheidungskriterien für die Wahl des richtigen Festgeldkontos

Ein umfassender Vergleich kann sich somit nicht nur in Bezug auf die monatlichen Kosten lohnen, sondern vor allem im Bereich der gezahlten Zinsen. Wichtig ist dabei darauf zu achten, für wie lange der Anleger das Geld bei der ausgewählten Bank anlegt, denn dieser Zeitraum wird vertraglich vereinbart, und in dieser Zeit hat der Anleger keine Möglichkeit auf das Geld zuzugreifen. Kunden die somit einigermaßen flexibel bleiben möchten, sollten die Anlagezeit nicht zu lang wählen. Die Anlagezeiten werden heute in der Regel mit 3,6,9 oder 12 Monaten angeboten.

Festgeldkonto-Eröffnung über das Internet

Die Eröffnung eines Kontos kann jeder Kunde mittlerweile einfach online vollziehen. Alle notwendigen Vertragsunterlagen schicken die Banken dem Kunden per Post zu, in der neben den Verträgen ebenfalls die Kontonummer, sowie alle weiteren Daten enthalten sind. Die Identifizierung des Anlegers erfolgt über das so genannte PostIdent-Verfahren, bei dem der Kunde sich mittels Personalausweis oder Reisepass vor einem Postangestellten identifizieren muss. Alle aufgenommenen Daten werden anschließend mit einem Formular an die zuständige Bank übermittelt.

Viele Banken bieten ihren Kunden heute als Sonderleistung den Einzug des gewünschten Anlagebetrages an, bei dem der Kunde einen festen Geldbetrag abbuchen lassen kann, der anschließend auf dem Festgeldkonto gutgeschrieben wird.

Finanzkrisen-resistente Anlageform

In der heutigen Zeit haben viele Anleger Angst, ihr Kapital in Aktien anzulegen, weil sie weitere Finanzkrisen wie die derzeitige befürchten. Daher steigt der Anteil von Festgeldkonten in der letzten Zeit wieder stärker an. Bei einer Festgeldanlage überlässt der Sparer der Bank für einen fixen Zeitraum eine bestimmte Geldmenge zu einem bestimmten Zinssatz, der meistens etwas höher als bei den bekannten Tagesgeldkonten liegt. Während dieser Zeit kann der Sparer nicht über das Geld verfügen, er erhält es erst zum Ablauf des Vertrages zurück. Die Banken sind bei Festgeldanlagen bereit, mehr Zinsen zu zahlen, weil sie über den bestimmten Zeitraum frei über das Geld verfügen können und so nicht befürchten müssen, dass das Geld plötzlich vom Sparer abzogen wird. Die Laufzeit dieser Verträge ist grundsätzlich frei bestimmbar, je nach Institut können Laufzeiten zwischen einem Monat und mehreren Jahren gewählt werden.

Für sicherheitsbewusste Anleger

Eine Festgeldanlage eignet sich vor allem für sicherheitsbewusste Anleger, die Wert darauf legen, ihr Kapital möglichst krisensicher anzulegen. Am sichersten sind die sogenannten mündelsicheren Anlagen. Bei diesen sind Wertverluste durch Insolvenz oder Kursschwankungen nahezu ausgeschlossen. Allerdings bieten diese auch mit Abstand die niedrigsten Verzinsungen, so dass nicht auszuschließen ist, dass die reale Kaufkraft des Geldes trotzdem sinken könnte. Zu diesen mündelsicheren Anlagen gehören zum Beispiel Bundesschatzbriefe und Bundesanleihen.

Unterm Strich eignen sich Festgeldanlagen besonders für konservative Kunden, die eine hohe Sicherheit bevorzugen, außerdem bieten sie sich für Kunden an, die ihr Risiko möglichst weit streuen möchten und mit Festgeldanlagen einen gewissen Grundstock bilden können, der im Verhältnis zu den anderen Anlageformen sehr krisensicher ist.

Varianten der Festgeldanlage

Festgeldanlagen können in zwei Kategorien unterschieden werden: es gibt Anlagen mit einer jährlichen Auszahlung der Zinsen und Anlagen mit einer thesaurierenden Ausschüttung. Thesaurierend bedeutet, dass die Zinsen in das Anlagevermögen eingehen und so am Ende der Laufzeit mit Zinseszinseffekt ausgezahlt werden. Eine Besonderheit bei einer Geldanlage mit Festgeld bieten die Bundesschatzbriefe. Diese besitzen meistens eine Laufzeit von 7 Jahren und während dieser Frist steigert sich der Zinssatz langsam. Dies geschieht bei keiner anderen Festgeldanlage.

Im Vergleich zu anderen Anlageformen gehört das Festgeld zu den sichersten. Selbst wenn das ausgebende Unternehmen im unwahrscheinlichen Fall bankrott gehen sollte, sind die Kundengelder durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Problematischer kann es da bei festverzinslichen Wertpapieren sein, die von Unternehmen oder ausländischen Staaten ausgegeben werden. Hier lässt sich das Risiko nur sehr schwer einschätzen, dafür sind die Zinssätze allerdings auch etwas höher.

Wichtige Fragen in Kürze

  • Warum eine Festgeldanlage?

    Warum eine Festgeldanlage?

    Mit einer Festgeldanlage können Sie Ihr Erspartes mit einer relativ hohen Verzinsung anlegen. Allerdings können Sie während der Laufzeit nicht auf Ihr Guthaben zugreifen. So kann die Bank mit Ihrer Anlage am Geldmarkt arbeiten. Die daraus entstehenden Gewinne gibt die Bank an Sie als den Festgeldkontoinhaber in Form von attraktiven Zinsen weiter.

  • Welche Laufzeit ist empfehlenswert?

    Welche Laufzeit ist empfehlenswert?

    Die Mindestanlagezeit beträgt in der Regel 50 Tage. Sie sollten eine möglichst lange Anlagezeit für Ihr Festgeld wählen. Die längst mögliche Vertragsdauer liegt bei 4 Jahren. Die meisten Festgeldkontobesitzer legen Ihr Kapital auf 2 Jahre an. So ist auf der einen Seite eine attraktive Verzinsung, auf der anderen Seite aber genug Flexibilität gewährleistet. Wenn Sie allerdings in naher Zukunft mit einer größeren Ausgabe rechnen, sollten Sie die Laufzeit der Festgeldanlage mit 3 oder 6 Monaten vereinbaren.

  • Ist mein Kapital auf dem Festgeldkonto sicher?

    Ist mein Kapital auf dem Festgeldkonto sicher?

    Diese Anlageform ist sicher, weil bei Vertragsabschluss die Verzinsung von der Bank garantiert wird. Somit bekommt der Anleger die Erträge aus seiner Kapitalanlage. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Situation der Bank auf dem Finanzmarkt ist. Sogar im Fall einer Insolvenz könnten die Kundengelder aus dem so genannten Einlagensicherungsfonds zurückgezahlt werden.

  • Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

    Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

    Vor allem bei Direktbanken sind die Eröffnung, die Führung und die Auflösung eines Festgeldkontos heutzutage meist kostenlos. Viele Filialbanken allerdings erheben für eine Festgeldanlage Kontoführungsgebühren. Diese Angebote sollten Sie meiden, da es auf dem Markt eine Vielzahl von kostenfreien Alternativen gibt.