Festgeld Häufige Fragen
Festgeld ist eine wirtschaftliche Unterform des Termingeldes. Es handelt sich um eine Geldanlage,
die für eine befristete, vertraglich fest vereinbarte Zeit zwischen dem Anleger und der Bank
abgeschlossen wird.
Die Besonderheit von Festgeld liegt vor allem in der Ausgestaltung der Laufzeit.
Während der vereinbarten Laufzeit kann der Anleger nicht frei über sein angelegtes Kapital verfügen,
d.h. er kann es nicht abziehen weil er etwa eine günstigere Investition gefunden hat oder er aus
privaten Gründen den angelegten Betrag anderweitig ausgeben muss. Während dieser gesamten Laufzeit
gelten die vertraglich vereinbarten Regelungen.
Jede Privatperson hat die Möglichkeit, ihr Erspartes auf einem Festgeldkonto anzulegen.
Die Anlageform des Festgeldkontos kann sich zudem ebenfalls für Unternehmen und Selbständige lohnen,
denn gegenüber einem normalen Firmenkonto oder Sparbuch ergibt sich ein wesentlich höherer Zinsertrag.
Während die normalen Zinsen bei rund 0,5% liegen, kann man mit einem Festgeldkonto durchaus über
die gesamte Laufzeit Zinsen in Höhe von rund 5% erwirtschaften.
Firmen und Selbständige können diese Anlageform vor allem dazu nutzen, um eine Rücklage für eine
Steuerrückzahlung zu schaffen, oder um das angesammelte Vermögen weiter auszubauen.
Die Verzinsung der Anlage - die letztlich maßgeblich auf dem aktuellen Leitzinssatz der Zentralbanken
beruht – wird bei Vertragsschluss festgelegt. Dieses vereinbarte Zinsniveau gilt somit für die gesamte
Laufzeit. Dies kann für den Anleger dann vorteilhaft sein, wenn der Leitzinssatz der Zentralbanken -
und mithin auch die Zinssätze der Kreditinstitute - im Laufe der Anlagedauer sinken. Allerdings ist auch
die genau gegensätzliche Situation denkbar. So kann die Anlage zu einem Zeitpunkt verhältnismäßig
niedriger Zinsen abgeschlossen werden, die im Laufe der Anlagedauer steigen.
Die Laufzeit einer Festgeldanlage wird von dem Anleger und der Bank beim Abschluss des Anlagevertrags
festgelegt. Festgeldverträge werden allerdings selten für Laufzeiten von unter 50 Tagen abgeschlossen.
Für den Anleger vorteilhaft ist eine möglichst lange Laufzeit der Anlage. Diese kann maximal vier Jahre
betragen. Durchschnittlich wählen Festgeldkonto-Inhaber aber eine Anlagedauer von zwei Jahren, um eine
möglichst effektive Schnittmenge zwischen vorteilhafter Verzinsung und Flexibilität der Anlage
zu erreichen. Rechnet der Anleger in naher Zukunft damit, dass das Geld benötigt wird, dann ist es
besser, zunächst eine relativ kurze Laufzeit von 3 oder 6 Monaten zu wählen.
Der wesentliche Vorteil eines Festgeldkontos liegt in seiner verhältnismäßig hohen Verzinsung.
Der Anleger kann während der vertraglichen Laufzeit nicht auf sein angelegtes Kapital zugreifen. Somit
können die Banken in dieser Zeit mit dem Guthaben des Kunden arbeiten. Dies ermöglicht der Bank ein
weitaus effektiveres und daher auch einträglicheres Wirtschaften am Geldmarkt. Die hieraus entstandenen
Mehrgewinne honoriert die Bank in Form von hohen Zinsen. Daher liegt der Zinssatz für Festgeld stets
über dem derzeit geltenden Leitzinssatz der Zentralbanken.
Festgeldkonten zählen zu den sehr sicheren Anlageformen. So wird etwa die Verzinsung der Anlage
bei Vertragsabschluss garantiert. Am Ende der Laufzeit erhält der Anleger also in jedem Fall seine
Erträge aus der Kapitalanlage, unabhängig von dem Quartalsergebnis der Bank oder der Situation auf dem
Finanzmarkt. Das einzige Risiko besteht in einer Insolvenz der Bank. In einem solchen Fall wäre die Bank
nicht mehr in der Lage, die ausstehenden Forderungen zu begleichen. In Deutschland sind die Banken
gegen diesen Fall allerdings sehr gut abgesichert. Grund: Der so genannte Einlagensicherungsfonds, in den
die Banken abhängig von Eigenkapital und Kundenstamm Zahlungen tätigen. Aus diesem Fonds könnten
im Insolvenzfall die Kundengelder zurückgezahlt werden. Einige Kreditinstitute sichern die Einlagen
eines jeden Kunden sogar zu 100% ab.
Vor allem Direktbanken bieten den Kunden heute die Möglichkeit an, ein Festgeldkonto kostenlos
zu eröffnen. Ebenfalls kostenfrei sind dabei die Kontoführung, sowie die eventuelle spätere Auflösung
des Festgeldkontos. Einige Filialbanken hingegen verlangen nicht selten zumindest Kontoführungsgebühren.
Anleger die solche Angebote erhalten, sollten diese ablehnen, denn es gibt heute genug Anbieter
die Festgeldkonten vollkommen kostenlos anbieten.
Grundsätzlich ist beim Festgeld keine Kündigung oder ähnliches nötig. Vielmehr läuft die Anlage
ohne weiteres aus. Der Bankkunde kann dann entscheiden, ob er sein Kapital erneut in Festgeld anlegen
möchte (Prolongation) oder ob der sein Kapital gänzlich abziehen möchte. Einige Banken bieten auch
die Möglichkeit einer Sichteinlage.